Die Weibervolksversammlung 2026

Eine Komödie nach Aristophanes

Theaterstück von Joachim Knauth

Aufführungen und Platzreservierung

Alle Aufführungen finden in der Aula der Grundschule Laaber statt.
Der Eintritt ist frei – Spenden werden herzlich erbeten.
Über die folgenden Links oder telefonisch unter 09498/8954 können Sie kostenlos Plätze für unsere Vorstellungen reservieren:

Das Stück

Die Weibervolksversammlung – Antike trifft Gegenwart

Eine Komödie über Macht, Gleichheit und menschliche Schwächen
Aristophanes schrieb um 392 v. Chr. die „Weibervolksversammlung“ – ein Stück, das bis heute fasziniert. Es ist die Geschichte einer Revolution, die im Kleinen beginnt: Frauen, die sich nicht länger mit der Unfähigkeit der Männer zufriedengeben, beschließen, die Macht an sich zu reißen. Aristophanes wollte die revolutionäre Kraft von Frauen beim Übergang der alten griechischen Aristokratie zur Demokratie mit Komik auf die Bühne bringen.

Joachim Knauth griff diese durchaus feministische Idee in den 1950er Jahren auf und schuf eine für die DDR kritische Sicht der gesellschaftlichen Realität.

Das LaaberTheater hat nun diesen Text weitergedacht und in die Gegenwart des Jahres 2025 übertragen – mit neuen Figuren, neuen Konflikten und einer Prise Oberpfälzer Humor.

Die Handlung

Athen liegt im Argen. Die Männer haben den Staat heruntergewirtschaftet, Korruption und Eigennutz regieren. Da tritt Praxagora auf den Plan: klug, mutig, voller Tatkraft. Sie überzeugt ihre Mitstreiterinnen, sich als Männer zu verkleiden und die Volksversammlung zu übernehmen. Ihr Ziel: eine neue Ordnung, in der Besitz abgeschafft, alles geteilt und niemand mehr arm ist.
Doch die Utopie stößt schnell an Grenzen. Wer sorgt für die Alten? Wer trägt die Lasten? Und was passiert, wenn Macht und Moral auf menschliche Eitelkeit treffen? Das Stück entfaltet sich als ein Spiel zwischen Ideal und Wirklichkeit – voller Witz, Ironie und überraschender Wendungen.

Die Figuren – ein Kaleidoskop menschlicher Typen

  • Praxagora – die Visionärin, die den Umsturz wagt.
  • Blepyros – ihr Ehemann, ein Töpfer, der sich in einer Welt wiederfindet, in der Frauen regieren und seine alten Gewissheiten zerbröckeln.
  • Geusistrate und die Nachbarin – tatkräftige Mitstreiterinnen, die zwischen Idealismus und handfesten Interessen schwanken.
  • Die zwei „Logenbesucher“ aus der Oberpfalz, die das Geschehen kommentieren und den Blick des Publikums humorvoll einfangen.
  • Die Alten – lebenslustig, bissig, klatschfreudig, fordern ihren Platz in der neuen Ordnung und sorgen für die komischsten Momente.
  • Sikon – der Sklave, der sich fragt, ob die neue Welt für ihn wirklich besser wird.
  • Chremes – der Intrigant, der jede Gelegenheit nutzt, um seinen Vorteil zu sichern.
  • Der Nachbar – ein geschäftstüchtiger Krämer, der in jeder Veränderung ein neues Geschäft wittert.
  • Der Herold – etwas dümmlich, aber voller Pathos, verkündet die neuen Gesetze und stolpert dabei über seine eigenen Worte.

Die Inszenierung

Was ist neu?

Die Fassung und Inszenierung des LaaberTheaters unterscheidet sich deutlich von Aristophanes und Knauth:

  • Bei Aristophanes steht die radikale Utopie im Vordergrund: Frauen übernehmen die Macht und schaffen eine Welt ohne Privateigentum, mit gemeinsamer Liebe und einem großen Festmahl als Höhepunkt.
  • Bei Knauth (DDR, 1950er Jahre) wird die antike Vorlage politisch zugespitzt: Die Idee der Gleichheit wird als sozialistische Vision interpretiert. Der Ton ist agitatorischer, die Szenen bleiben aber nah an Aristophanes – Er fragt nach den Möglichkeiten dieser Utopie von einer klassenlosen Gesellschaft.
  • Bei der Fassung des LaaberTheaters (2025) verschiebt sich der Fokus:
    • Die groteske Szene um die drei alten Weiber und den Jüngling entfällt. Stattdessen wird das Thema „Alter und Würde“ ernsthaft, aber humorvoll verhandelt. Die Alten fordern ihren Platz, streiten um Pflege und Anerkennung – ein Spiegel unserer Zeit.
    • Ein neuer Handlungsstrang zeigt die Rollen der „Logenbesucher“, die wie Waldorf & Statler aus der Muppet Show das Geschehen kommentieren und den Bezug zur heutigen Gesellschaft herstellen.
    • Die Diskussion um Besitz und Gleichheit bleibt, wird aber mit Fragen nach Pflege, Solidarität und Ressourcen verknüpft.
    • Musikalische Akzente aus Les Misérables und Anatefka schaffen Brücken zu anderen Epochen: zur Französischen Revolution und zur Oktoberrevolution in Russland – zwei historische Momente, in denen Gleichheit und Freiheit ebenfalls auf der Tagesordnung standen.
    • Statt eines großen Festmahls endet das Stück mit einem gemeinsamen Lied – ein Appell an Respekt und Miteinander, jenseits aller Ideologien.

Warum lohnt sich der Besuch?

Weil Aristophanes’ Fragen aktueller sind denn je:

  • Wie viel Gleichheit oder Ungleichheit verträgt eine Gesellschaft?
  • Was bedeutet Fürsorge in Zeiten knapper Ressourcen?
  • Ist das Theater wirklich auch heute noch der Ort für einen „metaphorischen Gegenentwurf zur widerspruchsreifen Realität“ (nach Knauth)
  • Und warum ist Humor oft die beste Antwort auf politische und soziale Konflikte?

Paul Reinwald

Es spielen

Praxagora, Anführerin der Rebellion
Chremylion, ein alter Adonis

Teresa Krug

Blebyros, ein Töpfer, Praxagoras Mann
Kleobule, ein altes Weib

Jonas Bernhardt

Chremes, ein Sykophant

Johannes Schießl

Nachbar, ein Krämer
Philista, ein altes Weib

Andreas Beck

Die Nachbarin
Lisa in der Loge

Lisa Dutscho

Geusistrate, eine Rebellin

Margit Beck

Die Chorführerin

Irmgard Koss

Sikon, der Sklave des Nachbarn

David Borbely, in geteilter Rolle

Sikon, der Sklave des Nachbarn

Fabian Matschiner, in geteilter Rolle

Ein Herold
Myrrhine, ein altes Weib

Martin Bodemer

Hans in der Loge

Hans Holz

Bühnenbild

Stefan Matschiner & Söhne

Licht und Technik

Martin Stühler

Hinter der Bühne

Regie Paul Reinwald
Leitung und TextbearbeitungAndreas Beck
Masken und KostümeEnsemble
Licht und TechnikMartin Stühler
BühnenbauStefan Matschiner mit Jonas und Fabian
Musikalische GestaltungLaura Beck
PlakatElisabeth Schießl
ChoreographieMargit Beck
Fotos, Film, VideoDieter Wagner
Webseite, ReservierungenManuel Aurbach
EinlassFamilien des Ensembles
BewirtungKulturförderkreis Laaber